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GRAPHIK

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KUNSTDRUCKE

​REINHARD HOFFMÜLLER

1894 Berlin - 1975 Hohen Neuendorf bei Berlin

PLAKATE

Der Eintrag im Lexikon der bildenden Künstler des 20. Jahrhunderts von Hans Vollmer weist Reinhard Hoffmüller als "Maler und Gebrauchsgraphiker" aus. So knapp diese Kategorisierung auch sein mag, sie trifft das Werk des Künstlers genau. Neben einem großartigen malerieschen Œuvre, das ausgehend vom Impressionismus Einflüsse der Expressionisten und später vor allem der Neuen Sachlichkeit verarbeitete, hinterließ Hoffmüller eine Reihe von Plakaten, die - sowohl auf Grund ihrer künstlerischen und technischen Qualitäten als auch wegen ihrer Bedeutung als hervorragende, die Atmosphäre der Epoche wiederspiegelnde Zeitdokumente - zum Besten gehören, was die deutsche Plakatkunst jener Jahre hervorgebracht hat.

Mit 14 Jahren wurde Reinhard Hoffmüller Lehrling der graphischen Versuchsanstalt Berlin. Nach der vierjährigen Ausbildung, die besonders seiner Tätigkeit als Plakatkünstler zugute kam, da er alle technischen Möglichkeiten der Lithographie perfekt zu beherrschen gelernt hatte, arbeitete er zunächst für zwei Jahre als Gebrauchsgraphiker. Von dem wenig abwechslungsreichen, sich ständig wiederholenden Entwerfen von Rechnungsformularen, Briefköpfen, Etiketten etc. wohl kaum befriedigt, besann sich der junge Mann auf sein Talent und bildete sich für drei Jahre an der Schule des Kunstgewerbemuseums weiter, um schließlich im Jahre 1920 seine Ausbildung nach einem weiteren dreijährigen Studium an der Akademie zu beenden. Seit 1921 lebte Hoffmüller als freischaffender Maler und Graphiker.

Unter dieser wohlklingenden Bezeichnung hatte man sich nichts anderes vorszustellen, als einen jungen Künstler, der sich über Wasser zu halten versucht durch gelegentliche Verkäufe seiner Gemälde und Plakate, durch eine Tätigkeit als Zeichenlehrer an einer privaten Abendschule oder durch regelmäßige Entwurfsaufträge großer Firmen wie AEG und Osram. Besonders das äußere Erscheinungsbild der Firma Osram, geprägt durch Werbung, Firmenlogo und Briefköpfe, trug lange Jahre Hoffmüllers Handschrift. immerhin konnte sich der junge Maler schon bald eine Atelierwohnung schräg gegenüber dem Reichstag am Schiffbauerdamm 29 leisten, in der er bis zu seiner Heirat im Jahre 1936 lebte und arbeitete.

Dies bedeutete aber, daß er sich bereithalten musste für eilige und eiligste Aufträge. So war es keine Seltenheit, dass am Abend ein Bote des Kunstverlags Harry Bunzel, für den Hoffmüller als freier Mitarbeiter tätig war, bei ihm anklopfte und ihm die Unterlagen für einen Plakatauftrag vorbeibrachte, der am nächsten Vormittag fertig zu sein hatte. So manches Mal fuhr Hoffmüller am frühen Morgen mit den nachts gezeichneten Entwürfen unter dem Arm zum Viktoria-Luise-Platz, um dort beim Verlag die Steine für den Druck vorzubreieten. In den Jahren 1919/20 wird Hoffmüller eine nicht geringe Anzahl von Nächten auf diese Weise zugebracht haben, war dies doch seine fruchtbarste Zeit als Plakatkünstler.

ALEXANDER BÜFETT

Faksimile nach einem Original-Plakat von Reinhard HOFFMÜLLER (1894 Berlin – 1975 Hohen Neuendorf) Limitierte Auflage (500 Exemplare). Herausgeber: Galerie am Gendarmenmarkt, Berlin 1992. Format: ca. 69 cm x 96 cm. € 25,-